Sind kleine Mahlzeiten bei Diabetes sinnvoll?

Kleine Mahlzeiten

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Diabetikern werden kleine Mahlzeiten empfohlen. Laut einer aktuellen Studie könnten jedoch weniger, und dafür größere Mahlzeiten für Diabetiker von Vorteil sein.

Seit einigen Jahrzehnten gelten viele kleine Mahlzeiten als gesünder als wenige große. Sie sollen uns nicht nur helfen, Gewicht zu reduzieren. Auch bei Diabetes werden kleine Mahlzeiten empfohlen, da sich so der Blutzucker angeblich besser regulieren lässt.

Andererseits zeigen viele Intervallfastenstudien, dass längere Essenspausen für Diabetiker von Vorteil sind.​1–4​ Blutzucker- und Blutfettwerte verbessern sich meist innerhalb weniger Wochen. Selbst für gesunde Personen wirkt sich Intervallfasten positiv aus. Denn bei ihnen nehmen Risikomarker für Diabetes ab.

Fasten klingt immer etwas abschreckend, gerade bei Diabetes. Eine aktuelle Studie hat nun untersucht, ob es auch ohne Intervallfasten geht.​5​

Im folgenden Infokasten kannst Du die Details der Studie nachlesen. Falls Dich der genaue Aufbau der Studie nicht interessiert, kannst Du weiter unten weiterlesen.

Drei Mahlzeiten: Frühstück, Mittag- und Abendessen

In der besagten Studie haben Diabetespatienten zwar nicht gefastet, aber weniger Mahlzeiten gegessen. Was heißt weniger? Ganz einfach drei Mahlzeiten täglich: Frühstück, Mittag- und Abendessen. Diese Art des Essens galt bis vor wenigen Jahrzehnten als völlig normal.

Die Kontrollgruppe hat sechs Mahlzeiten gegessen. Es ist wichtig zu beachten, dass beide Gruppen gleich viel gegessen haben.

Bessere Blutzuckerwerte trotz geringerer Insulindosis

In der genannten Studie haben sich innerhalb von 12 Wochen die Blutzuckerwerte der Probanden verbessert. Am erstaunlichsten: gleichzeitig konnte die Insulindosis gesenkt werden. Insulin ist ein blutzuckersenkendes Hormon, dessen Dosis normalerweise im Laufe der Zeit immer weiter erhöht werden muss.

Du hast richtig gelesen: der Zustand von Patienten mit einer chronischen, fortschreitenden Krankheit lässt sich innerhalb kürzester Zeit verbessern, indem sie einfach drei Mahlzeiten essen anstatt sechs.

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Deutliche Gewichtsabnahme

Außerdem verloren die Teilnehmer deutlich an Gewicht. Es ist seit langem bekannt, dass sich eine Gewichtsabnahme bei Diabetes positiv auswirkt. Nur leider fällt es Diabetespatienten normalerweise sehr schwer, Gewicht zu verlieren. Unter anderem ist dies auf die Behandlung zurückzuführen. Denn Diabetespatienten bekommen Insulin und Insulin senkt nicht nur den Blutzucker, sondern ist auch ein Fettspeicherhormon. Wenn Du die Dosis eines Fettspeicherhormons immer weiter erhöhst, kannst Du dir sicherlich gut vorstellen, dass damit der für die Gewichtsabnahme notwendige Fettabbau immer schwieriger wird.

Wie bereits erwähnt, konnten die Teilnehmer in der Studie die Insulindosis jedoch senken, was vermutlich auch den Gewichtsverlust erleichtert hat.

Es sieht ganz so aus, als wenn sich durch weniger Mahlzeiten der Teufelskreis einer immer weiter steigenden Insulindosis, die Übergewicht bei Diabetes begünstigt, durchbrechen lässt.

Fazit: kleine Mahlzeiten sind bei Diabetes nicht von Vorteil

Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen, was bereits in zahlreichen Intervallfastenstudien gezeigt wurde: für Diabetiker ist es nicht nur entscheidend was und wieviel sie essen, sondern auch wann und wie lang die Abstände zwischen den Mahlzeiten sind. Entgegen der weitverbreiteten Ansicht helfen weniger, aber dafür größere Mahlzeiten auch dabei, den Hunger zu kontrollieren.​6​

Hier erfährst Du mehr darüber, warum Intervallfasten bei Diabetes sinnvoll ist.

Quellen

  1. 1.
    Sutton EF, Beyl R, Early KS, Cefalu WT, Ravussin E, Peterson CM. Early Time-Restricted Feeding Improves Insulin Sensitivity, Blood Pressure, and Oxidative Stress Even without Weight Loss in Men with Prediabetes. Cell Metabolism. Published online June 2018:1212-1221.e3. doi:10.1016/j.cmet.2018.04.010
  2. 2.
    Kahleova H, Belinova L, Malinska H, et al. Eating two larger meals a day (breakfast and lunch) is more effective than six smaller meals in a reduced-energy regimen for patients with type 2 diabetes: a randomised crossover study. Diabetologia. Published online May 18, 2014:1552-1560. doi:10.1007/s00125-014-3253-5
  3. 3.
    Furmli S, Elmasry R, Ramos M, Fung J. Therapeutic use of intermittent fasting for people with type 2 diabetes as an alternative to insulin. BMJ Case Reports. Published online October 9, 2018:bcr-2017-221854. doi:10.1136/bcr-2017-221854
  4. 4.
    Hutchison AT, Regmi P, Manoogian ENC, et al. Time‐Restricted Feeding Improves Glucose Tolerance in Men at Risk for Type 2 Diabetes: A Randomized Crossover Trial. Obesity. Published online April 19, 2019. doi:10.1002/oby.22449
  5. 5.
    Jakubowicz D, Landau Z, Tsameret S, et al. Reduction in Glycated Hemoglobin and Daily Insulin Dose Alongside Circadian Clock Upregulation in Patients With Type 2 Diabetes Consuming a Three-Meal Diet: A Randomized Clinical Trial. Dia Care. Published online September 23, 2019:dc191142. doi:10.2337/dc19-1142
  6. 6.
    Munsters MJM, Saris WHM. Effects of Meal Frequency on Metabolic Profiles and Substrate Partitioning in Lean Healthy Males. Hennige AM, ed. PLoS ONE. Published online June 13, 2012:e38632. doi:10.1371/journal.pone.0038632

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Dr. Sarah Neidler

Dr. Sarah Neidler

Sarah ist promovierte Biologin und Gründerin von Clever essen. Dort zeigt sie ihren Lesern, wie sie mit Intervallfasten ihr Wunschgewicht erreichen und gesundheitliche Probleme in Angriff nehmen können. In ihrer Freizeit kocht und liest sie gerne und macht Yoga.
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